Die Berufswahl – wenn alle Kinder Tierarzt werden wollen

Die Berufswahl ist eine Entscheidung, die uns ein Leben lang begleitet, uns in unserer Lebensweise beeinflusst. Bereits in Kindesjahren geht es los. Großeltern, Freunde und Bekannte fragen uns, was wir später beruflich einmal machen wollen. Die Antworten der Kinder sind vielerorts dieselben. Auf dem ersten Platz liegt sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen der Beruf des Tierarztes. Feuerwehrmann, Rennfahrer, Pilot oder Polizist sind weitere beliebte Optionen. Kinder entnehmen ihre Ideen aus der Erlebnis- und Spielwelt. Die Berufswahl ist somit schon früh geschlechtsspezifisch geprägt. Doch wie sieht es ein paar Jahre später denn wirklich aus? Was beeinflusst uns in der Wahl des Berufes? Sind es wirklich nur Interessen oder spielen andere Faktoren eine Rolle?

 

Und wie geht es weiter?

Im Laufe der Jugend entwickeln sich die Interessen. Jugendliche werden sich bewusst, was sie später gerne zu ihrem Beruf machen möchten. Die Chancen auf eine gute Karriere sind allerdings stark von Bildung und Herkunft abhängig. Deutlich schlechter sind die Chancen, ein Studium zu beginnen, für Kinder von Ungelernten oder Arbeitern. Nur 23% beginnen eine akademische Laufbahn. Hingegen schließen 77% der Akademikerkinder ihren schulischen Werdegang mit einem Universitätsabschluss ab.

 

Spielt das Geschlecht immer noch eine so entscheidende Rolle?

Doch nicht nur die soziale Herkunft bestimmt, worin wir später arbeiten, sondern auch das Geschlecht. Frauen wählen eher einen Job in der Pflege oder Erziehung. Sie sind seltener in Studiengängen wie Mathematik, Ingenieurswissenschaften, Naturwissenschaften oder Technik vertreten. Viel eher findet man sie in Studiengängen der Geistes- oder Sozialwissenschaften. Männer sind später überwiegend in handwerklichen Berufen tätig oder studieren technische bzw. naturwissenschaftliche Berufe. Mädchen wählen ihren Beruf aus einem viel kleinen Spektrum an verschiedenen Möglichkeiten aus als Jungen. Und das, obwohl Mädchen generell die besseren Schulabschlüsse als Jungen haben.

 

Girls Day – Mädchen für Männerberufe begeistern

Der jährlich stattfindende Girls Day ist ein vom Bund geförderter Aktionstag für Mädchen, der dazu beitragen soll Mädchen für Berufe und Studienfächer zu interessieren, die geschlechtsuntypisch sind. Hierunter fallen besonders die MINT-Berufe (Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurswissenschaft und Technik). Unternehmen aus diesen Bereichen öffnen für einen Tag im Jahr – im  Jahr 2018 wird es der 26. April sein – ihre Türen, um Mädchen einen Einblick in diese Berufsfelder zu ermöglichen und sie für eine spätere Berufswahl zu begeistern. Die Ergebnisse sind zufriedenstellend. Über 40% können sich laut einer Umfrage aus dem Jahr 2015 vorstellen in dem von ihnen besuchten Betrieb eine Ausbildung oder ein Praktikum zu machen.

Jungen als auch Mädchen wählen kontinuierlich aus einem recht kleinen Spektrum an Berufen. Statistiken zeigen, dass die beliebtesten 20 Berufe seit Jahrzehnten gleich geblieben sind. Besonders kaufmännische Berufe und Bürojobs sind sehr beliebt. Und dabei gibt es doch bundesweit über 328 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe. Zu früheren Zeiten gab es sogar noch viel mehr. Seit 1971 sinkt diese Zahl stetig. Damals gab es sogar noch 606 anerkannte Berufe.

 

Ein kleiner Ausflug am Rande

In den letzten Jahren stieg die Zahl der freien Berufe. Freie definieren sich darüber, dass der Zugang noch die Ausbildung allgemein gültig geregelt ist und jeder die Berufsbezeichnung führen darf. Aber mal ehrlich, wer kann sich schon wirklich etwas unter den folgenden Berufen vorstellen: Golfballtaucher, Gemüseschnitzer, Dildodesigner, Depiladora oder Globushersteller?

Kannst du dir einen solchen Beruf wirklich für dein ganzes Leben vorstellen?

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Die Qual der Wahl – Wie entscheide ich mich zwischen mehreren Jobangeboten?