Ein Mitarbeiter hat gekündigt – und was jetzt?

Ein herber Rückschlag kann es sein, wenn das beste Pferd im Stall geht. Leider passiert es viel zu häufig und doch gehört es irgendwie in einem Betrieb dazu. Ein Mitarbeiter hat gekündigt. Dabei spielt es oft gar keine Rolle ob dieser schon jahrelang in der Firma tätig war oder erst seit ein paar Monaten mit von der Partie ist. Ersatz muss her, das Tagesgeschäft will erledigt werden und neue Aufträge stehen vor der Tür.

Als Führungskraft hast du jetzt verschiedene Möglichkeiten, um die Situation möglichst schnell und einfach zu lösen. Übernimmst du selbst einen Teil der Aufgaben, suchst du intern nach einer Vertretung oder doch lieber extern nach einer gelungenen Nachfolge? Verteilst du Aufgaben um oder holst du dir zur Überbrückung Hilfe von einer Zeitarbeitsfirma? Ich habe für dich diese große Auswahl an Möglichkeiten genauer unter die Lupe genommen.

 

Verlust als Möglichkeit einer Neubesetzung

Ein Teammitglied zu verlieren ist ein Verlust, der in der ersten Zeit schmerzt. Auf der anderen Seite bieten sich viele neue Möglichkeiten. Die Chancen auf Wachstum und Bereicherung steigen. Eventuell verlangt die neu zu besetzende Stelle erweiterte Kompetenzen und Fähigkeiten, die der ehemalige Mitarbeiter nicht besaß. Jetzt hast du die Chance aus einem großen Pott an neuen BewerberInnen die Stelle dahingehend neu zu besetzen. Du kannst jemanden suchen, der das ausgeschiedene Teammitglied nicht nur ersetzt, sondern im besten Fall auch ergänzt.

Deine erste Option: Du besetzt die Stelle intern neu. Eine Person, die bereits in deinem Unternehmen arbeitet, aber noch in einer anderen Abteilung tätig war, besetzt den Posten. Laut einer Studie besetzt jeder zweite von 200 Finanzmanagern die Stelle intern nach. Du bist also nicht allein.

Die Vorteile dieser Option liegen klar auf der Hand. Dein neuer und alter Mitarbeiter kennt bereits das Unternehmen und seine Strukturen. Sowohl er und auch du wissen worauf sie sich einlassen. Er kennt interne Abläufe und besitzt wichtige Kontakte in verschiedenen Abteilungen. Die Chance sich ein schwarzes Schaf in den Betrieb zu holen sinkt erheblich.

Deine zweite Option: Oftmals ist es leider so, dass die ausgeschriebene Stelle nicht intern besetzt werden kann und die Suche nach einem neuen Mitarbeiter unabdinglich ist. In der Firma fehlt aufgrund von Fähigkeiten und Qualifikationen schlichtweg der passende Kollege oder niemand möchte sich der neuen Herausforderung stellen. Eine professionelle Personalvermittlung kann dir unterstützend unter die Arme greifen, wenn dir die Zeit für die Suche fehlt. Und diese Suche kann sich schnell sehr umfangreich gestalten.

 

Einen kurzen Moment bekommst du auch durch Zeitarbeit überbrückt

Einen guten Mitarbeiter zu ersetzen ist keine Aufgabe, die von heute auf morgen erledigt ist. Gut Ding will Weile haben oder wie sagt man so schön? Dabei soll der neue Mitarbeiter nicht nur ebenbürtig in allen Bereichen den ehemaligen Kollegen ersetzen, sondern im besten Fall über dessen Kenntnisse und Fähigkeiten hinauswachsen. Und menschlich soll er natürlich auch ins Team passen. Eine Herausforderung, die Geduld und ein Quäntchen Erfahrung braucht. Es empfiehlt sich seinen neuen Mitarbeiter sorgfältig auszuwählen. Führe Vorstellungsgespräche mit mehreren Personen, um vergleichen zu können und die ideale Besetzung zu bekommen. Eventuell kannst du künftige Mitarbeiter tageweise auch Probe arbeiten lassen.

Die dritte Option: Zeitarbeit kann eine Alternative sein. Gerade wenn im Betrieb zeitintensive Projekte vor der Tür stehen oder der Mitarbeiter in einem laufenden Projekte das Handtuch geschmissen hat, kann es hilfreich sein auf die Unterstützung von Zeitarbeitsfirmen zurückzugreifen. Sie haben schnell einen passenden Kandidaten parat. Du gehst personaltechnisch kein Risiko ein und gewinnst Zeit, die du der eigentlichen Suche widmest.

 

Ach was, das mach ich doch flink selbst!

Die Option 4: Laut einer Arbeitsmarktstudie geben 63% der befragten Unternehmer an, dass sie die Aufgaben untereinander aufteilen. Klar, zunächst mag dies Kosten und Zeit für die Suche einer neuen Arbeitskraft sparen, aber lass dich vom ersten guten Schein nicht trügen.

Theoretisch mag es einfach sein die vielfältigen Aufgaben häppchenweise unter den Mitarbeitern zu verteilen. Die Praxis sieht leider oft ganz anders aus. Dein Team hat schließlich seine laufenden Aufgaben zu erledigen. Neue Aufgaben könnten zusätzliche Mehrarbeit bedeutet. Das kann mit der Zeit zu unnötiger Belastung und Unlust führen. Mitarbeiter fallen wegen Überbelastung und Krankheit häufiger aus oder kündigen sogar selbst im schlimmsten Fall.

Mein Tipp: Bespreche das Thema offen und ehrlich in einem kurzen Team Treffen. Sind alle damit einverstanden oder einigt ihr euch gemeinsam auf eine Übergangslösung, dann ist diese Option eventuell deine Lösung. Deine Mitarbeiter kannst du zusätzlich motivieren, indem du im Anschluss eine Bonuszahlung auszahlst oder dauerhaft das Gehalt erhöhst.

Deine fünfte Option: Es klingt einfach, aber doch ist es tückisch. Viele Chefs übernehmen anstehende Aufgaben einfach selbst. Diese Option darf auf keinen Fall eine Dauerlösung sein. Dir könnte wichtige Zeit für strategische Aufgaben oder für die Betreuung von Teammitgliedern fehlen. Schnell gleiten dir die Zügel aus der Hand. Suche deshalb zeitnah nach einem geeigneten Ersatz bevor es zu spät sein könnte.

 

Die Frage nach dem Warum?

Die Suche nach einem neuen geeigneten Mitarbeiter nimmt viel Zeit in Anspruch. Um diese Zeit effektiv zu nutzen, solltest du dir eine entscheidende Frage stellen. Die Antworten können zielführend für deine neue Aufgabe sein. Warum hat dein Mitarbeiter gekündigt? Nutze die Chance und biete deinem Mitarbeiter als auch dir ein Exit-Gespräch an. Einfach ist das nicht, denn nicht immer kündigt ein Mitarbeiter nur aus persönlichen Beweggründen, aber es kann dir helfen an dir, deinem Unternehmen oder auch am gesamten Team zu arbeiten. Denn manche Fehler möchte man nicht unbedingt ein zweites Mal begehen, oder?

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