Dein Home Office – so bleibst du den verlockenden Ablenkungen standhaft und arbeitest produktiv

Arbeiten im Home Office mag für viele Arbeitnehmer zunächst einmal das Paradies auf Erden bedeuten. Keine nervigen Kollegen, keine Kontrolle durch den oft schlecht gelaunten Chef und endlich so arbeiten wie ich mir das vorstelle. Einfach in Ruhe zur Arbeit gehen? Aber halt … zur Arbeit gehen? Fällt das nicht irgendwie weg? Auch praktisch – so spart man sich gleich den Arbeitsweg.

Was auf den ersten Anschein den beruflichen Himmel auf Erden bedeutet, mag auf den zweiten Blick seine Tücken bergen. Arbeiten aus dem Home Office ist tückisch. Es fehlt der geregelte Arbeitsablauf. Kein Arbeitsweg auf dem ich mir Gedanken darüber machen kann, was diesen Tag spannendes auf meiner To-do Liste steht. Es besteht die Gefahr im Schlafanzug am Schreibtisch zu sitzen und schnell noch ein Kundenprojekt zu beenden während ich mir aufgewärmte Raviolis vom Vortag zwischen die Zähne schiebe. Berufs-, Privat- und Familienleben vermischen sich. Das kann zur Gefahr werden und sich negativ auf die Produktivität auswirken. Feierabend? Gibt es nicht mehr.

Wie du es trotzdem schaffst die Vorteile vom Home Office für dich und besonders für deine work-life-balance zu nutzen, möchte ich dir in den nachfolgenden Tipps erläutern. Gerade für Mütter mit kleinen Kindern kann dies eine tolle Option sein um ihre Karriere voranzutreiben, wenn man sie richtig nutzt.

 

Beginnen wir mit der Ausstattung und der Einrichtung deines Home Offices

An erster und wichtigster Stelle steht die Separierung der Räume. Ziehe eine klare Grenze zwischen Wohn- und Arbeitszimmer. So kannst du ganz einfach die Türe schließen, wenn du konzentriert für dich arbeiten willst. Auch deinen Familienmitgliedern hilft das, um zu wissen, dass sie dich jetzt nicht stören sollten. Die Ausstattung des Raums sollte minimalistisch sein. Keine ablenkenden Alltagsmöbel. Investiere lieber in ein paar Pflanzen. Sie steigern das Wohlbefinden. Wichtig sind ein großer Schreibtisch und ein orthopädisch korrekter Bürostuhl. Sei nicht geizig bei der technischen Einrichtung deines neuen Büros. Du wirst es später eventuell bereuen, denn schließlich verbringst du einen Großteil deiner Zeit jetzt damit. Ein ausreichend großer Bildschirm und ein komfortables Headset sollten auf deiner Einkaufsliste ganz oben stehen.

Wer kann sollte darauf achten, dass sich das Büro an einem möglichst ruhigen Ort befindet. Ausreichend Licht ist wichtig für produktives Arbeiten und eine kleine Nische mit einem gemütlichen Sessel oder Sitzkissen kann dir helfen deinen Blickwinkel zu ändern.

Wie du die Produktivität am Arbeitsplatz steigerst habe ich dir bereits in meinem Artikel „Runde 2: Wir steigern die Produktivität am Arbeitsplatz” erläutert. Jetzt wenden wir das auf dein Home Office Arbeitsplatz an. Bleib dran!

 

Und hier sind meine Kurztipps für mehr Produktivität im Home Office. Organisiere dich!

 

  1. Geh auch mental auf die Arbeit. Kleide dich ein, leg dir Schuhe an, fühl dich einfach wohl dabei.
  2. Nur der frühe Vogel fängt den Wurm – Ablenkungen solltest du tunlichst vermeiden, denn diese gibt es zuhause zu genüge. Leg gleich los sobald du deinen PC gestartet hast.
  3. Trenne Privates von Beruflichen – noch schnell einen Freund anrufen oder eine Überweisung für Amazon tätigen? Nein, du bist jetzt auf Arbeit. Privates kann warten und solltest du auch nur dann erledigen, wenn du die Zeit dafür ist.
  4. Deine Kernarbeitszeit – setze diese Zeit auch für dich in deinem Home Office fest. Das heißt: Zu dieser und jenen Zeit sitzt du vor deinem Schreibtisch und bist auch am Telefon für deine Kollegen zu erreichen.
  5. Vermeide Unterbrechungen – hier muss deine Familie behilflich sein. Wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass es bis zu 25 Minuten dauern kann bis man den Faden wieder gefunden hat, auch wenn man nur kurz unterbrochen wurde. Deshalb gilt: Türe zu = produktives Arbeiten.
  6. Gönne dir eine Pause – Auch wenn du alleine in deinem Home Office arbeitest, solltest du deiner Gesundheit zuliebe jeden Tag regelmäßig zu Mittagessen. Auf Arbeit machst du das ja schließlich auch, oder?
  7. Du verdienst dein Lob – Wer soll dich denn jetzt in deinem Home Office loben, wenn du so ganz alleine bist? Richtig, du selbst. Das ist wichtig, denn ohne Lob und Zuspruch von anderen Menschen neigen wir dazu schneller aufzugeben.
  8. Definiere klar deine Ziele und führe einen Tageskalender – Gerade zuhause kann es schnell passieren, dass man bei der Arbeit vor sich hin wurschtelt und gar nicht recht weiß, wo es denn hingehen soll. Deshalb gilt: Sei organisiert. Definiere klare Tages-, Wochen oder auch Monatsziele und zeig, dass du diese auch erreicht hast. Ein Tageskalender mit entsprechenden Notizen kann dir behilflich sein.

 

Und was kann dir helfen, wenn du dich auf einmal doch ganz alleine und einsam fühlst?

Denk immer daran: Es war deine Entscheidung im Home Office zu arbeiten. Warum hast du diese Entscheidung getroffen und welche Vorteile und Annehmlichkeiten haben sich für dich daraus ergeben? Dir fällt sicher eine Menge ein und du schaust positiv auf deine Ausgangslage zurück.

Falls das alles nicht mehr helfen sollte, dann probiere folgendes aus. Lenk dich ab, schnapp dir deinen Laptop und verbinde das Nützliche mit dem Angenehmen. Das Café um die Ecke hat sicherlich eine tolle Terrasse und wunderbar funktionierenden W-LAN. Warum also nicht mal schnell den Arbeitsort wechseln?

Dir fehlen die Kollegen und irgendwie fällt es dir schwer zwischen Arbeit und Wohnen zu trennen? Besonders weil du (noch) keinen richtigen Platz für deine Home Office gefunden hast? In größeren Städten gibt es sogenannten co-working spaces. Hier arbeitet jeder für sich, aber trotzdem kann man sich auf einen kurzen Kaffee treffen, Kosten für Einrichtung und Ausstattung sparen oder im besten Fall auch eine gemeinsame Sekretärin anstellen.

Und am allerwichtigsten beim Kampf gegen die Einsamkeit. Zeig dich und besuche deine Kollegen regelmäßig im Büro. Zum einem um zwischenmenschlich im Kontakt zu bleiben und zum anderen um Präsenz zu bieten. Es soll ja keiner denken, dass du nur faul auf dem heimischen Sofa liegst. Regelmäßige, geschäftliche Meetings sind eine gute Möglichkeit, um dem Bann zu entkommen.

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