„Mein Chef ist ein Miesepeter“ – aber ist er auch verantwortlich für mein Glück am Arbeitsplatz?

Schlechte Stimmung am Arbeitsplatz? Eine Situation, die jeder kennt. Es ist völlig normal, dass in der Kommunikation nicht immer alles rund läuft, denn wo Menschen arbeiten treten Konflikte auf. Die Kollegin ist schlecht gelaunt, weil sie Stress in der Ehe hat. Der Vorgesetzte hatte gestern zu lange im Büro gesessen, weil ein Mitarbeiter aufgrund einer Erkältung zuhause geblieben ist. Ist entsprechend schlecht gelaunt und nur halb bei der Sache. All das wirkt sich auf Arbeitsklima aus und so manchmal muss das jemand aus dem Team ausbaden, der vielleicht am wenigsten dafür kann. Ist das gerecht? Und wer ist nun dafür verantwortlich? Chef, Kollegen oder ich selbst?

Ich stelle dir heute Situationen aus dem Arbeitsalltag vor und zeige dir, wie du dich verhalten kannst, dass dein Glück am Arbeitsplatz willkommen ist.

 

Halte Abstand von emotionalen Problemen deiner Kollegen

Sicher ist es dir auch schon einmal passiert. Die Kollegin kommt völlig fertig im Büro an. Die Augen sind verquollen und das Taschentuch gibt nicht mehr her. Der Partner hat sich getrennt und die Gefühle fahren Achterbahn. Nicht gerade der beste Moment für anstrengende Geschäftsmeetings oder konzentriertes Arbeiten am Schreibtisch. Du fühlst dich selbst nicht gut, versuchst aber so gut es geht auf deine Kollegin einzugehen. Sie tut dir leid. Du legst deine Arbeit zur Seite, spendest Rat und Trost. Das andere kann schließlich warten, denkst du dir.

Mein Tipp

Zieh rechtzeitig die Notbremse. Nicht nur, dass du eigenen Aufgaben vernachlässigst, es drückt auch deine Stimmung. Das Geschehen wirkt sich negativ auf die Stimmung im Team aus und senkt die Produktivität. Bleib bei dir und deinen Erwartungen. Es ist wichtig seinen Kollegen gegenüber stets ein offenes Ohr zu haben, freundlich zu sein und seine Hilfe anzubieten, aber es gibt Grenzen. Arbeitest du mehr an fremden Projekten und stehst häufig in der Kaffeeküche, weil dich wieder jemand abgefangen hat? Halte Grenzen ein und lerne Nein zu sagen. Das ist völlig in Ordnung und dein Chef steht hinter dir. Deine eigenen Aufgaben müssen schließlich auch erledigt werden.

 

Dann mach doch endlich den ersten Schritt

Du bist der Jammerkasten deiner Kollegen? Dank deines offenen Ohres kommen sie alle zu dir und klagen dir ihr Leid. Gerade gestern kam ein Kollege zu dir und beschwerte sich über den Führungsstil eures gemeinsamen Chefs? Und vorgestern teilte dir die Kollegin aus dem Vertriebsteam mit, dass sie die ständigen ungeplanten Überstunden satt hat. Du fühlst dich verantwortlich und versuchst im Team als Streitschlichter zu agieren? Denn irgendwie möchtest du den Laden zusammenhalten?

Das kannst du machen

Sprich das Thema offen und ehrlich mit deinen Kollegen an und verweise sie an euren Chef, wenn du das Gefühl hast, dass es dir entgleitet. Es kann auch helfen direkt mit deinem Chef darüber zu sprechen, denn dieser kann nur agieren, wenn er sich der internen Lage bewusst ist. Es hilft ehrlich zu sein und die Dinge beim Namen zu nennen. Nur wer weiß, dass der Haussegen schief hängt, kann ihn auch wieder richten.

Und warum gerade ich? Ja, vielleicht bist du nicht für alle Situationen verantwortlich. Gerade wenn es um Überstunden geht, kannst du deinem Chef einen Hinweis geben. Verantwortlich bist du aber nicht dafür, dass sich etwas ändert. Das ist Planung der Führungsetage. Sie ist dafür verantwortlich, dass jedes Glied gleichmäßig und im Rahmen seiner Fähigkeiten zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.

 

Unzufrieden mit dem neuen Job

Du bist unglücklich mit der Herausforderung im neuen Job? Irgendwie passt es nicht, so wie du dir das vorgestellt hattest? Allein beim Gedanken an den nächsten Arbeitstag wird dir mulmig und du kannst dich nicht motivieren zur Arbeit zu gehen?

Nicht zur Arbeit gehen zu wollen kann verschiedene Gründe haben. Vielleicht befindet sich dein neuer Arbeitgeber gerade in einer besonders stressigen Phase, da ein Großprojekt zum Abschluss kommt oder ein Führungswechsel anstand. Manchmal heißt das Zähne zusammenbeißen und sein Bestes zu geben. Manchmal bedeutet es aber auch los zu lassen.

Gerade zu Beginn einer neuen Arbeit solltest du dir Zeit geben dich einzufinden. Neue Kollegen, neue Anforderungen und ein neuer Chef können schon viel sein. Deshalb ist es umso wichtiger, dass du weißt, was du dir von deiner neuen Arbeit erhoffst. Sprich offen und ehrlich mit deinem Vorgesetzten über diese Situation und sucht gemeinsam nach Lösungen und Möglichkeiten, um dir die Einarbeitung zu erleichtern.

Wie du siehst ist es nicht immer ganz einfach abzuwägen, wer wann wie und wo für das Glück am Arbeitsplatz verantwortlich ist. Kennst du diese Situationen oder gibt es aus deinem Arbeitsalltag auch Momente wo du dir gewünscht hättest, dass ein Kollege oder Kollegin aktiver ist? Erzähle mir von deinen Erfahrungen.

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