Eine heikle Situation – gekonnt als Chef die Gehaltserhöhung ablehnen

Der Jahresabschluss steht vor der Tür. Für viele Mitarbeiter bedeutet das die Gunst der Stunde zu nutzen und ihren Vorgesetzten nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Das Geschäftsjahr ist aus Sicht der Mitarbeiter gut verlaufen, es wurden viele neue Kunden gewonnen, viele Produkte verkauft und für diese tatkräftige Unterstützung soll sich jetzt was auf dem Gehaltszettel verändern. Doch sieht der Chef das genauso?

Durch eine Gehaltserhöhung kannst du als Chef deinem Mitarbeiter Anerkennung für seine Arbeit zeigen. Schwierig wird es allerdings wenn du diesem Wunsch nicht nachkommen kannst. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Eine Ablehnung kann zur Demotivation und im schlimmsten Fall zur Kündigung des Mitarbeiters führen.

Die Höhe des Lohnes ist vielleicht nicht der einzige entscheidende Faktor, weshalb ein Mitarbeiter in deinem Unternehmen arbeitet, aber es spielt eine zentrale Rolle. Auf lange Sicht gesehen leidet die Arbeitsmoral, wenn ein Mitarbeiter sich nicht fair bezahlt fühlt. Andere Aspekte wie interessante Aufgaben, attraktive Arbeitszeiten spielen auch eine wichtige Rolle, können den Wunsch nach mehr Geld aber nicht dauerhaft unterdrücken.

 

 

Du musst eine Gehaltserhöhung ablehnen? – so geht es richtig!

Ganz gleich aus welchem Grund du dem Wunsch nach mehr Geld nicht nachkommen kannst, bereite dich gut auf das Gespräch vor. Die Stimmung deines Gegenübers wird keineswegs positiv ausfallen und darauf solltest du dich einstellen. Ich zeige dir wie du das Beste aus der brenzligen Situation herausholen kannst. Lass dein Mitarbeiter nicht im Regen stehen.

 

Tipp 1: Sei emphatisch mit den Wünschen deines Mitarbeiters

Ein Gespräch kann nur positiv verlaufen, wenn die grundlegenden Dinge stimmen. Schaffe eine angenehme Atmosphäre für die vielleicht heiklen Themen, die jetzt anstehen. Du musst den Wunsch nach mehr Geld ablehnen? Dann zeig deinem Mitarbeiter, dass du seine Arbeit trotzdem wert schätzt. Sei emphatisch, höre dir seine Argumente gut an und lass ihn wissen, dass du grundsätzlich seinen Wunsch ernst nimmst. Eine offene und ehrliche Gesprächsführung auf Augenhöhe wirkt Wunder und sorgt für Verständnis auf der Gegenseite.

 

Tipp 2: Sei ehrlich und untermauere deine Argumente mit konkreten Zahlen

Eigentlich ist es ganz einfach. Dein Gestaltungsspielraum darüber, was du deinen Mitarbeitern zahlen kannst und was nicht bewegt sich oft in einem fest vorgesteckten Rahmen. Die Zahlen eines Unternehmens sind deutlich. Sprich mit deinem Mitarbeiter ehrlich über diese Zahlen und das Verständnis von seiner Seite steigt. Anhand einer vergleichenden Gehaltsübersicht kannst du deinem Mitarbeiter zeigen wo er mit seinem Gehalt im bundesweiten Vergleich steht.

Sei ehrlich und mach deinem Mitarbeiter deutlich, dass eine Gehaltserhöhung momentan nicht mit dem Geschäftsbudget vereinbar ist. Sag ihm aber auch, wann er mit einer Erhöhung rechnen kann. Nenne ihm einen festen Zeitpunkt oder gib ihm einen Zeitrahmen, wann sich die Situation geändert haben könnte. Schließlich ist es die Idee eines jeden Unternehmens in der Zukunft kräftig zu wachsen.

Lass deinen Mitarbeiter aber nicht zu lange warten. Spätestens vor Ablauf des nächsten Jahres solltest du dich wieder mit ihm zusammensetzen. Unter diesen Umständen könntest du darüber nachdenken dich früher mit ihm zusammen zu setzen:

  • Dein Mitarbeiter hat erfolgreich ein ertragreiches Projekt abgeschlossen oder hat neue Kunden gewonnen
  • Er übernimmt mehr Verantwortung und hat ein größeres Team, das unter seiner Führung steht
  • Er wächst über sich hinaus und übernimmt Aufgaben, die nicht in seiner Jobbeschreibung stehen
  • Dein Budget hat sich unerwarteter weise verändert. Lass deine Mitarbeiter an diesem Erfolg teilhaben und denke eventuell darüber nach einen Bonus zu zahlen

 

Tipp 3: Was steckt wirklich hinter dem Wunsch nach mehr Geld?

Hast du schon ein mal darüber nachgedacht, dass hinter dem Wunsch nach mehr Geld ein ganz anderes Bedürfnis stecken könnte? Nein, dann solltest du das tun, denn es gibt viele Gründe warum ein Mitarbeiter mit diesem Wunsch auf dich als zukommt. Vielleicht fühlt er, dass du seine Arbeit zu wenig wertschätzt? Vielleicht ist er aber auch mit seinen Aufgaben überfordert und möchte seinen Unmut mit mehr Geld kompensieren?

Versuche die Situation genau zu hinterfragen. Als Führungskraft ist es deine Aufgabe deine Mitarbeiter zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben ihre Talente zu entfalten, sich dabei wohl zu fühlen und im Team zum gemeinsamen Erfolg beizutragen.

 

Tipp 4: Sei kooperativ und versuche einen gemeinsamen Weg zu finden

Vielleicht kannst du deinem Mitarbeiter nicht mehr Geld bieten, aber es gibt vielleicht andere Dinge, die du ihm anbieten kannst, dass seine Zufriedenheit steigt und er sich im Unternehmen wertgeschätzt fühlt. Ein paar extra Urlaubstage schlägt kein Mitarbeiter aus und Zuschüsse für Weiterbildungen lohnen sich auch für beide Seiten.

Wenn du magst, dann kannst du deinem Mitarbeiter auch anbieten dich bei den Kosten für die Kinderbetreuung oder den Fahrtkosten zu beteiligen. Das zeigt, dass du Interesse daran hast, es deinem Mitarbeiter so angenehm wie möglich zu machen. Ein neues Smartphone oder ein Laptop für die Arbeit aus dem Homeoffice sind ebenfalls immer gerne gesehen. Du kannst deinen Mitarbeiter bei der Rente zu unterstützen oder ihm im Bereich der Krankenversorgung Zuschüsse ermöglichen.

 

 

Tipp 5: Definiert gemeinsam klare Ziele

Falls du eine Gehaltserhöhung ablehnen solltest, weil du mit der Leistung nicht zufrieden bist, dann sprecht gemeinsam über das Problem. Stellt fest, wo der Mitarbeiter noch Entwicklungsbedarf hat und wie er es schaffen kann dieses Defizit zu überwinden. Ist das Ziel erreicht und von beiden Seiten klar messbar, dann steht in der Zukunft einer Gehaltserhöhung nichts mehr im Wege. Als Beispiel könntet ihr vereinbaren, dass sich der Mitarbeiter in eine neue Computersoftware einarbeitet, sich Spezialwissen über ein Verkaufsprodukt aneignet oder eine zusätzliche Sprache für den Kundensupport erlernt.

 

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