Alles auf Anfang – Berufliche Neuorientierung

Nach einigen Jahren im Berufsleben beschleicht viele Menschen früher oder später das Gefühl: Soll es das schon mit meiner Karriere gewesen sein? Werde ich diesen Beruf bis zur Rente ausüben? Oder sollte ich mich doch beruflich neu orientieren? Viele spielen mit dem Gedanken, aber die wenigsten trauen sich wirklich einen Neuanfang zu wagen. Denn oft ist so ein Schritt mit vielen Zweifeln verbunden und die Angst vor z.B. finanziellen Einbußen recht groß. Wer allerdings gut plant kann die Risiken minimieren. Hier zeigen wir Dir in 4 praktischen Schritten, wie die berufliche Neuorientierung gelingen kann.

Schritt 1: Drum prüfe wer sich (ewig) bindet

Generell gilt: Eine wichtige und weitreichende Entscheidung sollte man nie allein im stillen Kämmerlein treffen. Bei einem Thema wie dem Beruf braucht man Feedback der Familie und einen guten Überblick über das neue Berufsfeld. Vor allem wenn man schon lange in der aktuellen Tätigkeit arbeitet und Familie hat, sollte man sich genügend Zeit nehmen. So ein Entscheidungsprozess kann gut und gern bis zu einem Jahr dauern. Außerdem gilt es zu checken, ob die Vorstellungen der Realität entsprechen: Gibt es einen Markt für die neue Idee? Gibt es genügend Stellenangebote im Wunschberuf? Ist die Vergütung ausreichend für den gewünschten Lebensstandard? Muss man eventuell umziehen? Onlinestellenbörsen und die Agentur für Arbeit bieten hier einen guten Überblick.

Schritt 2: Neue Ausbildung oder Umschulung?

Egal um welchen Beruf es geht: Fest steht, dass die berufliche Neuorientierung neue Fähigkeiten und Kenntnisse erfordert. Und hier sollte sich jeder die elementaren Fragen stellen: Wo kann ich die neuen Fähigkeiten erlernen? Wie viel Zeit erfordert dies? Kann ich eine neue Ausbildung oder ein Studium in Vollzeit absolvieren oder muss ich nebenher arbeiten? Und wie lange dauert es bis ich den Abschluss in der Hand halte? Bei einem Ausbildungsberuf gibt es zwei Möglichkeiten. Man kann den normalen Weg wählen und sich auf einen Ausbildungsberuf bewerben. Da laut Gesetz Altersdiskriminierung nicht erlaubt ist, darf ein Unternehmen nicht wegen seines Alters ablehnen. Eine andere Möglichkeit ist die Umschulung. Sie ist kürzer als eine Ausbildung und statt des Arbeitgebers übernimmt hier z.B. die Agentur für Arbeit die Kosten.

Schritt 3: Das liebe Geld

Wer schon einige Jahre arbeitet hat sich normalerweise bereits an einen gewissen Lebensstandard gewöhnt. Mietwohnung, Auto oder Urlaubsreisen sind nur einige Beispiele. Deshalb sollte man sich vor einem Neuanfang gut überlegen, worauf man verzichten möchte und wie man den Neustart finanzieren kann. Ausbildungsvergütungen sind in der Regel eher schmal und reichen selten an die 1000 Euro netto. Bafög fällt für ein spätes Studium meist auch weg. Außerdem kosten Fernstudien, Lehrgänge oder schulische Ausbildungen Geld, sprich der Geldbeutel wird sogar zusätzlich belastet. In Bezug auf mögliche Förderung gilt, dass der Staat vor allem Menschen fördert, die entweder arbeitslos sind bzw. es werden könnten oder sehr gering verdienen. Das heißt im Umkehrschluss für alle die nicht zu dieser Gruppe gehören, dass sie sich den Neustart selbst finanzieren müssen oder mit einem geringeren Einkommen leben muss.

Schritt 4: Keine Angst vorm kalten Wasser

Die berufliche Neuorientierung ist ein Sprung ins mehr oder weniger kalte Wasser. Und es gehört schon eine große Portion Mut dazu, die Comfort Zone zu verlassen und einen Neuanfang zu wagen. Nichtsdestotrotz sollte man sich nicht von den ersten Problemen entmutigen lassen, denn eine Umorientierung ist ein fortlaufender Prozess, der ständig neu justiert werden muss. Und schließlich gibt es kein schöneres Gefühl als nach einem vielleicht langen und steinigen Weg das Ziel zu erreichen und die Vorteile zu genießen.

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