Die Gehaltserhöhung – sechs Todsünden, die du tunlichst vermeiden solltest

Für dich als Arbeitnehmer ist die Gehaltserhöhung ein essentielles Thema. Für deinen Arbeitgeber auch und doch sind eure Standpunkte so verschieden. Du willst mehr Geld, weil du der Meinung bist, dass du es erstens verdient hast und schon lange tatkräftig dabei bist. Dein Chef sieht es aus betriebswirtschaftlicher Sicht, muss  Kosten im Blick und unter Kontrolle halten. Dass in diesem Fall das Gespräch kein einfaches Unterfangen wird, ist leicht verständlich.

Was du auf alle Fälle vermeiden solltest möchte ich dir in meinem heutigen Artikel kurz erklären. So bist du gut für einen Schlagabtausch mit deinem Vorgesetzten gerüstet. Denn einfach wird es nicht. Das sei dir gesagt.

 

Überleg dir eine konkrete Zahl

Rechne auf keinen Fall damit, dass dein Chef dir einen Vorschlag zur Gehaltserhöhung unterbreiten wird. Das ist in den seltensten Fällen der Fall. Sei dir deshalb im Klaren darüber, was du dir – und das am besten in Zahlen – erhoffst. Dein Gegenüber wird, insofern er sich auf eine Verhandlung einlässt, dagegen halten. Und es sei dir gesagt: Sein Gegenangebot wird immer darunter liegen.

 

Poker nicht zu hoch, verkaufe dich aber auch nicht unter Wert

Es ist eine schwierige Gradwanderung das richtige Gehaltniveau anzusteuern. Wie bereits erwähnt wird dein Chef seinen Vorschlag immer unter dein Angebot setzen. Kalkuliere das in deinen Vorschlag mit ein.  Doch sei vorsichtig. Poker nicht zu hoch. Du könntest unglaubwürdig wirken.

Besonders bei einer neuen Stelle solltest du im Bewerbungsgespräch diese Frage mit Bedacht beantworten. Klar möchtest du deine Chancen auf eine neue Stelle nicht verkommen lassen. Verkauf dich aber bitte auch nicht unter Wert. Der Personaler möchte sehen wie realistisch du deinen eigenen Wert einschätzen kannst und wie gut du dich vermarkest.

Bedenke, dass für deinen neuen Arbeitgeber Qualifikationen und die Eignung für die Stelle wahrscheinlich viel wichtiger sind als eine möglichst billige Arbeitskraft. In vielen Fällen entscheidet man sich eher für eine entsprechend qualifizierte aber durchschnittlich teure Person, als für einen Bewerber, der zwar günstig ist, aber die Leistung nicht erbringt.

 

Vorbereitung ist die halbe Miete

Du solltest dir vor dem Gespräch plausible Argumente für deinen Wunsch nach mehr Geld zu Recht legen. Es gibt viele Gründe für mehr Geld, aber nur wirklich ein plausibles Argument: Deine Leistung. Hast du in letzter Zeit den Posten gewechselt? Übernimmst du mehr Verantwortung? Leitest du ein größeres Team? Hast du vielleicht Neukunden erfolgreich betreut oder ein langjähriges Projekt erfolgreich abgeschlossen und bist deshalb für eine Gehaltserhöhung qualifiziert?

 

Falsche Argumente sind zwar plausibel, aber irrelevant

Klar ist es für dich wichtig deine Lebenshaltungskosten bei immer steigenden Preisen decken zu können oder nicht gleich an allen Ecken und Enden sparen zu müssen, nur weil dein Vermieter meint wieder einmal die Wohnungsmiete erhöhen zu müssen. Aber dein Arbeitgeber interessiert das reichlich wenig. Lass diese Argumente lieber außen vor oder verpacke sie so gut, dass sie plausibel sind. Und denk stets daran: Das Unternehmen bei dem du arbeitest ist keine karitative Einrichtung für seine Arbeitnehmer.

 

Entweder ich bekomme das Geld oder ich such mir einen neuen Job

Uppps – so geht das gar nicht. Mit Erpressungen erreichst du oft das Gegenteil und suchst dir vielleicht schneller einen neuen Job als dir lieb ist. Denn niemand lässt sich gerne erpressen und dein Chef schon gar nicht. Dazu bist du einfach in der falschen Position.

Es muss nicht immer die Holzhammermethode sein. Es kann auch sanfter sein. Sollte dein Chef nicht auf deine Forderung eingehen, dann warte einfach ab. Lasse ein wenig Zeit vergehen. Es ist ihm völlig klar, dass du dich mit einer Absage nicht lange zufrieden geben wirst. Bist du als Mitarbeiter und deiner Leistung dem Betrieb wichtig, dann wird er früher oder später auf dich zukommen. Kann er hingegen auf deine Mitarbeit verzichten, dann wird er dich sowieso gehen lassen.

 

Wann ist er nur? Der richtige Zeitpunkt

Den Mut zu fassen seinen Chef um ein Mitarbeitergespräch zu bitten kann nicht immer einfach sein. Warte den richtigen Zeitpunkt ab. Es sollte deinem Unternehmen oder generell in der Branche im besten Fall einen wirtschaftlichen Aufschwung geben. So kannst du dir sicher sein, dass das Geld lockerer sitzt. Gespräche auf dem Flur zwischen Tür und Angel sind ebenso ungeeignet wie Firmenfeste mit ausgelassener Stimmung.

 

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Eine heikle Situation - gekonnt als Chef die Gehaltserhöhung ablehnen