Bewertungen von Arbeitgebern in sozialen Medien – Do’s and don’ts

Dank des Internets kann man seinen Arbeitgeber online bewerten, z.B. um mit dem Feedback nachfolgenden Arbeitnehmern vorab schon etwas über das Unternehmen zu berichten. Du kannst also Deine Meinung über Deinen Arbeitgeber in verschiedenen sozialen Medien öffentlich wiedergeben! Aber hier gibt es einige wichtige Dinge zu beachten, damit Du nicht in das ein oder andere Fettnäpfchen trittst oder am Ende sogar rechtliche Probleme zu bekommen. Hier gebe ich Dir einige wichtige Tipps, was es alles zu beachten gilt.

Bewertungen in Social Media

Social Media Plattformen wie beispielsweise kununu, meinChef oder glassdoor bieten Arbeitnehmern die Möglichkeit der Arbeitgeberbewertung – was zuweilen nicht gerade freundlich ausfällt, sondern – im Gegenteil – leider auch ausfällig werden kann. Fühlt man sich als Arbeitnehmer womöglich ungerecht behandelt, so spielt der eine oder andere bestimmt mit dem Gedanken, Bewertungsplattformen ein bisschen als „Rache-Plattformen“ zu benutzen.

Ja, schlechte Gefühle können auch über einen längeren Zeitraum nachwirken, besonders, wenn das Arbeitsverhältnis schon einige Zeit belastet ist – doch Rache ist und bleibt in jeder Hinsicht ein schlechter Ratgeber!

Wenn Du Dich gerade in einer ähnlichen Situation befindest und eine Bewertung über Deinen Arbeitgeber im Netz hinterlassen möchtest, dann überprüfe unbedingt, ob Du Dich noch im hoch emotionalen Modus zwischen Zorn und Enttäuschung befindest. Wenn Du dies bejahen kannst, dann lass erst ausreichend Zeit verstreichen und warte erst einmal ab, bis sich Dein erhitztes Gemüt wieder abgekühlt hat!

Vorsicht – Dein Stil kann Dich verraten

Auch wenn Du anonym bewertest kann es durchaus geschehen, dass man Dich an Deinem Schreibstil wiedererkennt. Wer seinen Arbeitgeber gar in diskreditierender und beleidigender Weise bewertet, kann möglicherweise mit einer Anzeige „gegen Unbekannt“ rechnen. In diesem Fall ist es möglich, dass der ehemalige Arbeitgeber vor Gericht die Herausgabe des Klarnamens erwirkt. Dann wird es sehr ungemütlich, besonders, wenn aus Rache Unwahrheiten über das Unternehmen veröffentlicht wurden, die ihm wirtschaftlichen Schaden zufügen.

Der Sinn von Bewertungen

Bewertungen schaffen Transparenz und helfen Jobsuchenden bei der Wahl ihres Arbeitgebers. Übe Kritik jederzeit konstruktiv und freundlich! Im Idealfall trägt sie dazu bei, dass sich die Arbeitsbedingungen im Unternehmen verbessern. Doch auch im papierlosen Netz gilt die Aussage: „Papier ist geduldig“. Deshalb nimm nicht alles für bare Münze, was auf Bewertungsplattformen veröffentlicht wird, sowohl im positiven wie im negativen Sinne! Bewertungen können aus Rache sehr ungünstig ausfallen oder „aufgehübscht“ daherkommen. In der Regel prüft niemand, ob die hinterlassene Bewertung überhaupt stimmt!

Fake-Bewertungen

Wie bei Bewertungsportalen für Onlinehändler oder Reisen gibt es auch gefaktes Feedback, das im Auftrag des Unternehmens verfasst wurde und das Image der Firma aufpolieren soll! Solche Fake-Kommentare sind meist recht kurz und sehr wohlwollend geschrieben, genauere Sachverhalte werden aber nicht weiter beleuchtet.

Was darfst Du schreiben?

Natürlich darfst Du als Arbeitnehmer im Internet über Dein Arbeitsverhältnis berichten und eine Bewertung abgeben – doch immer gebunden an die arbeitsvertragliche Treuepflicht. Betriebsinterna dürfen nicht nach außen dringen, Betriebsgeheimnisse müssen gewahrt bleiben, der Datenschutz ist einzuhalten! Dein Arbeitsvertrag gilt auch noch nach dessen Beendigung!

Die Bewertung muss fair sein und der Wahrheit entsprechen. Es ist immer besser, anstelle von Vorwürfen beispielsweise Lösungsansätze zu posten und dem Unternehmen damit zu helfen, besser zu werden. Unwahrheiten und Beleidigungen gehen gar nicht und sind ein absolutes No-Go!

Und wer weiß schon, was die Zukunft bringt…

Lass Dich niemals hinreißen! So kannst Du nie wissen, ob Du vielleicht eines Tages unter neuen Bedingungen doch wieder in das alte Unternehmen einsteigst. Dies kann der Fall sein wenn beispielsweise der Vorgesetzte gewechselt hat oder man auf Dich zukommt, weil Du eben doch über das nötige und richtige Know-how verfügst und all Deine Nachfolger während der Einarbeitung das Handtuch geworfen haben! Schlage also im Zorn nicht blindlings alle Türen für immer hinter Dir zu, sondern bleib stets besonnen und fair. Wie heißt es so schön: Man trifft sich immer zweimal im Leben. Es lohnt sich!

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