Wegeunfall – Was ist zu tun?

Wenn man wirklich am wenigsten damit rechnet, kann es passieren: Ein Unfall auf dem Weg zur Arbeit! Man verlässt ahnungslos das Haus, um pünktlich im Büro zu erscheinen und wirst von einem Missgeschick heimgesucht. Wenn Du in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis arbeitest, bist Du in der Regel im Fall eines Arbeitsunfalls versichert. Auch Unfälle auf dem Weg zur Arbeit sowie der Heimweg von der Arbeit zählen dazu und werden als Wegeunfall bezeichnet.

Was macht einen „Wegeunfall“ aus?

Wer sich gerade auf dem Weg zwischen seiner Wohnung und seinem Arbeitsplatz befindet, ist abgesichert. Hierbei sind jedoch einige Dinge zu beachten, denn ein Wegeunfall zählt dann als solcher, wenn man sich auf direktem Weg zu seiner Arbeitsstelle befindet. Man genießt diesen Versicherungsschutz nur, wenn man seinen Weg zum Beispiel nicht mit Einkäufen verbindet oder vorher noch jemanden besucht. Erledigt man auf dem Weg zur Arbeit das eine oder andere privat, zählt ein möglicher Unfall praktisch nicht mehr als Wegeunfall.

Definition von „privat“ und „Arbeitsweg“

So hat das Bundessozialgericht in der Vergangenheit einige grundsätzliche Definitionen festgehalten, die im Zweifelsfall als Richtlinie herangezogen werden können. Beispielsweise beginnt (und endet) der Versicherungsschutz an der Außentür des Wohnhauses, was vor allen Dingen bei Mehrfamilienhäusern von großer Bedeutung ist. Verunfallt man im Treppenhaus, zählt dies somit nicht als Wegeunfall, denn grundsätzlich beginnt und endet der Schutz an der Außentür des Wohngebäudes.

Unternimmst Du direkt im Anschluss nach Deiner Arbeit noch etwas – gehst Du beispielsweise zu einer Afterwork-Party oder kaufst für Dein Abendessen ein – besteht auf diesen Wegen der Versicherungsschutz nicht mehr. Gleiches gilt auch, wenn Party-Location und Supermarkt sich direkt auf Deinem Weg befinden: Der Wegeunfall wird damit hinfällig.

Ausnahmen

Bei einigen Abweichungen vom direkten Weg gibt es jedoch Ausnahmen, die sich nicht schädlich auf den Versicherungsschutz auswirken, z. B. wenn Du Teil einer Fahrgemeinschaft bist und Deine Mitfahrer an unterschiedlichen Orten abgesetzt werden – oder wenn Eltern in der Fahrgemeinschaft mitfahren, die ihre Kinder kurz in die Kita oder zur Schule bringen. Ganz wichtig: Möchtest Du einen Stau umfahren, verlierst Du auch hierbei nicht Deinen Versicherungsschutz!

Ob Auto, Rad, oder zu Fuß – Du hast die Wahl

Die Art Deines Verkehrsmittels kannst Du frei nach Deinem Gusto wählen, dabei spielt es keine Rolle, ob Du zu Fuß gehst oder lieber mit Fahrrad oder Auto zur Arbeit fährst. Auch wenn Du S- und U-Bahn nimmst, in der Wahl Deiner Verkehrsmittel bist Du völlig frei! Selbst wenn Du Dir vorgenommen hast, Deinen Arbeitsweg auf Rollerblades zurückzulegen – Du bist in diesem Fall versichert!

Beispiele

Klassischer Wegeunfall mit Versicherungsschutz: Man verlässt das Haus und geht zu Fuß ins Büro. Auf dem Weg dorthin knickt man mit dem Fuß so schmerzhaft um, dass man nicht mehr weitergehen kann.

Oder man verlässt seine Wohnungstür, rutscht im Treppenhaus aus, fällt hin und bricht sich den Arm. Unfall ohne Versicherungsschutz – warum? Weil die Versicherung erst nach dem Verlassen der Haustür greift.

Wegeunfall mit Versicherungsschutz: Mittagspause – man verlässt das Unternehmen, um sich in einem Restaurant beim Mittagstisch zu stärken. Auf dem Weg vom Restaurant zurück an den Arbeitsplatz stürzt man sehr schmerzhaft und bricht sich das Knie. Wegeunfall? Ja! Zwar endet der Versicherungsschutz an der Tür des Restaurants – da man sich aber nach der Pause wieder auf den Weg zur Arbeit begibt, greift der Versicherungsschutz in dem Fall wieder.

Wer bezahlt?

In der Regel haben Wegeunfälle meist Personen- und Sachschäden zur Folge. Natürlich stellt sich als allererstes die Frage: Was ist passiert und geht es den Betroffenen soweit gut? Die zweite Frage jedoch lautet: Wer kommt für den Schaden auf? Nach einem Wegeunfall zahlt die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Ob ein Arbeitnehmer auf dem Weg zur Arbeit oder ein Student auf dem Weg zur Uni einen Unfall erleidet, die DGUV trägt die Verantwortung. Interessant für Eltern: Auch für Kindergartenkinder, die sich auf dem Nachhauseweg durch einen Sturz verletzen, kommt die DGUV auf.

Die Versicherung bietet umfassenden Schutz – sie ermöglicht, dass es nach einem Wegeunfall nicht zu finanziellen Problemen kommt und beteiligt sich zudem an Maßnahmen, welche die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit der Versicherten wieder herstellen sollen, z. B. Reha.

Was ist im Falle eines Falles zu tun?

Solltest Du einmal in so eine Situation kommen, so musst Du unverzüglich Deinen Arbeitgeber über den Wegeunfall informieren. Er ist seinerseits verpflichtet, anschließend den Unfall der zuständigen Berufsgenossenschaft zu melden.

Wissenswert: Du bist übrigens auch dann versichert, wenn Du in einem Minijob beschäftigt bist!

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