Geschlechterrollen im Beruf – Klischees überwinden

Über die Jahre und Jahrzehnte haben sich viele Rollenklischees in der Berufswelt verfestigt und die Rollenverteilung geprägt. Demnach arbeiten Männer hauptsächlich in körperlich anstrengenden oder technischen Berufen, während Frauen vor allem in sozialen Tätigkeiten die Mehrheit der Arbeitnehmer stellen. Auch wenn die teilweise antiquierten Ansichten immer öfter durchbrochen werden, halten sich doch viele Vorurteile hartnäckig. Diese können dazu führen, dass man den eigentlichen Traumberuf nicht ergreift, da man sich zu vielen dieser Vorurteile über Geschlechterrollen ausgesetzt sieht. Wie Du mit den Klischees umgehen solltest wenn Du z.B. Ingenieurin oder Krankenpfleger werden willst, zeige ich Dir hier auf.

Geschlechterrollen in der Arbeitswelt

Obwohl die Geschlechterklischees immer mehr aufgeweicht werden und sich die Rollen von Mann und Frau kontinuierlich verändern, gibt es im Berufsleben nach wie vor typische Männer- und Frauendomänen. Als solche bezeichnet man eine Berufsgruppe, in der mehr als 80 Prozent dem einen oder anderen Geschlecht angehören. Bei Männern sind dies die technischen Berufe und bei Frauen die sozialen Tätigkeitsfelder. Zwar arbeiten heutzutage immer mehr Frauen in den sogenannten MINT-Berufen, also mit Bezug zu Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Allerdings ist das weibliche Geschlecht nach wie vor weit unterrepräsentiert. Doch warum ist das so?

Vorurteile und Rollenklischees

Das angeblich „schwache“ Geschlecht

Der Grund für diese Aufteilung liegt in erster Linie an Vorurteilen und antiquierten Einstellungen über die Geschlechterrollen. Demnach werden Frauen grundsätzlich als sozial und Männer als körperlich stärker eingestuft. Diese Meinungen sind tief in der Gesellschaft verankert und wer sie durchbrechen will, muss schon eine gehörige Portion Selbstbewusstsein aufbringen. Um diesen Anstrengungen aus dem Weg zu gehen entscheiden sich viele für einen Beruf in ihrer „Domäne“. Frauen, die beispielsweise einen Beruf ergreifen möchten in dem körperliche Kraft gefordert ist sehen sich häufig mit dem Vorurteil konfrontiert, dass sie das aus biologischen Gründen nicht könnten. Dabei wird aber oft vergessen, dass es allein schon aus Arbeitsschutzgründen viele technische Hilfsmittel gibt, die den körperlichen Einsatz relativieren. Wer sich als Frau trotzdem für einen Beruf in einer Männerdomäne entscheidet, sieht sich oft mit Sexismus oder Diskriminierung konfrontiert. Um ernst genommen zu werden, müssen Frauen sich nicht nur mehr anstrengen, sondern auch mehr Kompetenz und Selbstbewusstsein ausstrahlen als ihre männlichen Kollegen.

Das angeblich „starke“ Geschlecht

Gleiches gilt aber auch umgekehrt für die Männerwelt. Wer z.B. als Erzieher arbeiten möchte kann sich oft anhören lassen, dass diese eben Frauensache sei. Oder er steht in seinem sozialen Umfeld als „Weichei“ da. Dabei ist jedoch mittlerweile anerkannt, dass Kinder sowohl Männer als auch Frauen als Bezugspersonen benötigen und Männer eine wertvolle neue Perspektive in die Erziehung einbringen können. Erschwerend kommt noch hinzu, dass Frauenberufe im Allgemeinen geringer bezahlt werden. Junge Männer empfingen aber gerade eine hohe Bezahlung und Karrieremöglichkeiten als wichtig oder benötigen diese sogar, da sie Familie haben und der Haupterwerbstätige in der Familie sind.

Und wie finde ich nun meinen Traumjob?

Zunächst sollten bei der Berufswahl nur Deine eigenen Wünsche im Vordergrund stehen und altbackene Geschlechterrollen keine Rolle spielen. Denn wer seine Profession nach äußeren Kriterien und nicht nach den eigenen Wünschen auswählt, der wird schnell unglücklich und auch seinem eigenen Erfolg im Weg stehen. Liegt der Traumjob in einer Domäne des anderen Geschlechts, solltest Du das als Kriterium mit einbeziehen. Heutzutage ist die Lage bei jedem Arbeitgeber unterschiedlich. So gibt es z.B. Firmen, die aktiv Frauen in technischen Berufen einstellen und dafür sorgen, dass sie sich nicht benachteiligt fühlen. Und auch von staatlicher Seite gibt es Hilfe bei der Orientierung mit dem so genannten Girl’s Day, der Mädchen Hilfe bei der Berufsauswahl gibt. Gleiches gilt auch für Männer. So haben viele Unternehmen bereits erkannt, dass Männer z.B. in der Pflege und der Erziehung eine willkommene Abwechslung sind und sorgen dabei auch dafür, dass sie sich in ihrem Arbeitsumfeld wohl fühlen.

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