Mitarbeiterentsendung ins Ausland – Arbeiten als Expat

Nicht nur für große Konzerne wird die Mitarbeiterentsendung immer mehr zu einem Thema. Auch kleinere mittelständische Unternehmen müssen sich in Zeiten der Globalisierung und immer größerer Vernetzung mit der Entsendung ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen. Und da gibt es viele Hürden zu bewältigen. Und auch wenn das Betreuen eines Projekts im Ausland für das Unternehmen für viele ein Traumjob ist, ist es sehr wichtig, bereits beim Start die Weichen für die Rückkehr zu stellen. Glücklicherweise gibt es auch einige Regelungen, die für Arbeitnehmer und Arbeitgeber bei der Mitarbeiterentsendung sehr vorteilhaft und hilfreich sind.

Definition Mitarbeiterentsendung

Von einer Mitarbeiterentsendung spricht man immer dann, wenn ein Mitarbeiter von seinem Arbeitgeber ins Ausland geschickt wird. Ein weiteres Kriterium ist ein zeitlich klar begrenzter oder zumindest überschaubarer Einsatz des Arbeitnehmers im Ausland. Es gibt dabei verschiedene Formen der Entsendung, die sich in der Dauer des Auslandaufenthalts unterscheiden:

Dienstreise
Für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten ist der Arbeitnehmer im Ausland tätig.

Abordnung
Der Mitarbeiter hält sich zwischen drei und zwölf Monaten im Ausland auf.

Delegation
Von einer Delegation spricht man bei einem Aufenthalt zwischen zwölf Monaten und drei Jahren.

Versetzung
Bei der Versetzung handelt es sich um den längsten Zeitraum einer Mitarbeiterentsendung. Der Arbeitnehmer kann unter Umständen bei einer Versetzung für einen unbefristeten Zeitraum im Ausland tätig sein.

Arbeitsvertrag

An erster Stelle einer Mitarbeiterentsendung steht natürlich die Zustimmung des Arbeitnehmers. Sprich die Tätigkeit ist immer freiwillig und kein Muss. In einigen Fällen ist eine Änderung des Arbeitsvertrages und eine Neuregelung des Weisungsrechts empfehlenswert. Dabei kommt es ganz darauf an, welche Aufgaben der Arbeitnehmer im Ausland erledigt und zu welchem wirtschaftlichen Zweck er entsendet wird.

Steuern

Natürlich stellen sich auch steuerrechtliche Fragen, wenn Arbeitnehmer ins Ausland entsendet werden, beispielsweise wo der Expat sein Einkommen versteuern muss. Generell gilt: Wenn Du als Arbeitnehmer Deinen Wohnsitz in Deutschland hast, musst Du Dein Einkommen auch hier versteuern. Allerdings muss das Einkommen dort versteuert werden, wo es erwirtschaftet wurde. Das ist natürlich ungünstig, da Du in diesem Falle doppelt Steuern zahlen müsstest. Um dies zu vermeiden, hat die Bundesrepublik Deutschland mit zahlreichen Staaten sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen. Dabei sind verschiedene Möglichkeiten geregelt, wie die Einkünfte des Arbeitnehmers jeweils abzurechnen sind. Weitere Informationen zum Doppelbesteuerungsabkommen und die Liste der Mitgliedsstaaten findest Du hier.

Häufig ist auch von der sogenannten 183-Tagel-Regel die Rede wenn es um die Frage geht, wo der Arbeitnehmer das Einkommen zu versteuern hat. Nach dieser Regelung wird das Einkommen weiterhin in Deutschland versteuert, wenn der Auslandseinsatz nicht länger als 183 Tage dauert. Bei einer Entsendung von mehr als 183 Tagen ist das Einkommen im Ausland anzugeben. Diese Regel kommt jedoch nur zur Anwendung, wenn ein Doppelbesteuerungsabkommen vorliegt und der Arbeitgeber nicht in dem Staat ansässig ist, in den der Arbeitnehmer entsendet wurde.

Sozialversicherungen

Schickt Dich Dein Arbeitgeber auf Zeit ins Ausland ändern sich auch die Regelungen des Sozialversicherungsrechts. Bei einem zeitlich begrenzten Aufenthalt müssen die Sozialversicherungsbeträge abgeführt werden und Du kannst vom deutschen System profitieren (Ausstrahlung der Sozialversicherung).

Handelt es sich bei der Mitarbeiterentsendung um einen zeitlich nicht begrenzten Zeitraum (Versetzung), wirst Du zwar unter bestimmten Voraussetzungen immer noch nach dem deutschen Sozialversicherungsrecht versichert. Dazu muss Dein Arbeitgeber aber einen entsprechenden Antrag stellen (Pflichtversicherung auf Antrag).

Wie beim Doppelbesteuerungsabkommen gibt es auch bezüglich Sozialversicherungen ein Abkommen mit einigen Staaten, die es Arbeitnehmern möglich machen, weiterhin in der deutschen Sozialversicherung versichert zu sein.

So wird sichergestellt, dass Du während Deiner Tätigkeit im Ausland weiter Anspruch aus Sozialleistungen hast. Schließlich bist Du auch im Ausland nicht davor gefeit, einen Arbeitsunfall zu haben oder zu erkranken. Abgesehen davon, dass Du auch für die Zeit im Ausland Deinen Anspruch auf Renten- und Arbeitslosenversicherung aufrechterhalten möchtest.

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