Bewerbungstipps

Vorgehensweise bei der Jobsuche

Vorgehensweise bei der Jobsuche

Jeder hat seine eigenen Vorstellungen davon, was ein Traumjob ist – Wie sieht Ihr Traumjob aus? Mit unseren professionellen Tipps zur Planung Ihrer Jobsuche und zum richtigen Schreiben Ihrer Bewerbung kommen Sie dem perfekten Job ein ganzes Stück näher.

Bevor Sie mit der Jobsuche anfangen, nehmen Sie sich die Zeit, Ihre Suche zu planen und zu strukturieren. Die Jobsuche ist eine Vollzeitbeschäftigung. Teilen Sie Ihre Zeit in passende Abschnitte ein, in denen Sie im Internet suchen, Zeitungen lesen, Netzwerkkontakte pflegen und Bewerbungen schreiben.

1. Analysieren Sie Ihre Lage: Welchen Job wollen Sie wirklich?

In welche Richtung bewegt sich Ihr Leben? Ist es die Richtung, die Sie wünschen? Erstellen Sie eine Liste Ihrer Qualifikationen (fachlich und persönlich) und Ihrer Erwartungen an den neuen Job. Legen Sie Prioritäten fest. Wo gibt es den Job Ihrer Wahl, welche Unternehmen sind für Sie interessant?

Durch eine gründliche Analyse dessen, was Sie können und wohin Sie wollen erhalten Sie ein realistisches Bild von sich selbst, das Ihnen Ihre weitere Jobsuche erleichtert. Die Beantwortung der  Fragen, die Sie sich stellen sollten (PDF) hilft Ihnen dabei.

2. Nutzen Sie Ihre Netzwerke und persönliche Kontakte: Erzählen Sie anderen, dass Sie einen Job suchen

Persönliche Kontakte sind der beste Weg zu einem neuen Job. Je mehr Menschen wissen, dass Sie einen Job suchen, desto größer ist die Chance, dass Sie Ihren Traumjob finden. Versuchen Sie, Bekannte auszumachen, die gute Kontakte in Ihrem Berufsfeld haben und von denen Sie annehmen, dass Sie Ihnen Tipps über offene Stellen geben können. Dabei kann es sich um Arbeitskollegen, Vorgesetzte, Freunde oder andere Personen handeln, die Sie im früheren Studien- oder Arbeitsleben kennengelernt haben. Betrachten Sie das als eine natürliche Art, Kontakte aufrecht zu erhalten, ohne aufdringlich zu wirken. Sagen Sie einfach, dass Sie sich in einer neuen Phase in Ihrem Leben befinden und etwas Neues anfangen möchten.

Eine weitere Methode, um Kontakte auf dem Arbeitsmarkt zu knüpfen, ist die Nutzung beruflicher Netzwerke. Auch hier ist das Ziel, Personen zu finden, von denen Sie annehmen, dass Sie Ihnen Tipps über offene Stellen geben können. Nehmen Sie an Veranstaltungen Ihrer Branche, z.B. an Fachkongressen, teil. Nutzen Sie Internet-Plattformen und Foren, wie z.B. Xing, LinkedIn oder Facebook.

3. Lassen Sie sich finden: Geben Sie Ihren Lebenslauf in Datenbanken ein

Nutzen die Bewerberdatenbanken und Jobbörsen von Personalvermittlung

Geben Sie Ihren Lebenslauf in verschiedenen Personalvermittlungsseiten oder die Karriere- und Bewerbungsseiten von Unternehmen im Internet ein. Dann können die Personalberater der Unternehmen Sie finden und Ihr Profil mit den Anforderungen der freien Stellen abgleichen. So sind Ihre Daten bereits vorhanden, sobald eine Stelle frei wird und Sie sind unter Umständen die erste Wahl. Personalvermittler haben sich häufig auf bestimmte Branchen und Berufsgruppen spezialisiert,

Aktualisieren Sie Ihre Daten, wenn Ihre Erfahrung zunimmt. Melden Sie sich regelmäßig an, dann weiß das Personalberatungsunternehmen oder die Zeitarbeitsfirma, dass Sie noch auf der Suche sind. Löschen Sie Ihre Profile, wenn Sie einen Job gefunden haben.

4. Finden Sie die freien Stellen: Wo Sie nach Stellenangeboten suchen können.

Besuchen Sie die Internetseiten der großen Personalvermittlungsfirmen, lesen Sie die Stellenanzeigen in der Tagespresse oder in den Medien Ihrer Branche, um Stellenanzeigen für Ihren Kompetenzbereich zu finden. Es gibt auch Internetseiten, die Personalanzeigen von verschiedenen Quellen sammeln, z.B. Monster.de oder Stepstone.de. Auch Internetportale Ihrer Stadt können für Ihre Jobsuche interessant sein, z.B. meinestadt.de.

Sie haben eine passende Stellenausschreibung gefunden? Sehr gut! Dann heißt es jetzt, mit einer guten Bewerbung zu überzeugen.

Quelle: Poolia, Düsseldorf

Bewerbungsschreiben

Bewerbungsschreiben

Papier ist geduldig, Personaler sind es nicht. Immer wieder ranken sich um das optimale Bewerbungsanschreiben zahlreiche Mythen. Angefangen bei ausgefeilten Deckblättern über dritte Seiten bis hin zu gestalterischen Do’s und Don’ts des Bewerbungsschreibens. Deshalb graut – laut Studien – inzwischen knapp jedem zweiten Bewerber (42 Prozent) vor dem Anschreiben, fast jeder vierte Bewerber hat angeblich schon eine Stelle ausgeschlagen, weil ihm der Bewerbungsprozess zu kompliziert war. Alles Schnickschnack. Ihr Bewerbungsschreiben steht und fällt mit dem Text darin.

Im Gegensatz zum Lebenslauf, der das Profil des Bewerbers schärft, spiegelt das Bewerbungsanschreiben seine Motivation.

Wiederholen Sie im Anschreiben also bitte nicht einfach nur die Höhepunkte Ihrer Biografie oder das, was schon in der Stellenbewerbung oder im Lebenslauf steht. Das wäre redundant und verschwendet die Zeit des Personalers. Zeigen Sie dem Personalverantwortlichen und Empfänger des Bewerbungsanschreibens vielmehr klar und deutlich, warum Sie sich auf den Job bewerben und warum Sie der beste Kandidat sind, den er dafür bekommen kann.

Kurz: Kondensieren Sie Ihre Leistungen, Erfahrungen und Erfolge zu einem flammenden Plädoyer für sich selbst.

Die Bewerbungsunterlagen sind fertiggestellt, die Bewerbungsmappe zusammengeheftet – nun wird es Zeit für eine letzte Kontrolle: der Checkliste zur Bewerbung. Denn auch wenn Ihr Profil professionell und überzeugend ist: Für die Unterlagen gilt dasselbe, sie sind schließlich Ihre erste Arbeitsprobe.

Eine vollständige Bewerbungsmappe – mit Ausnahme einer sogenannten Kurzbewerbung – besteht aus folgenden Unterlagen:

Muss

[ ✔ ] Bewerbungsanschreiben (maximal 2 Seiten)

[ ✔ ] Lebenslauf (maximal 3 Seiten)

[ ✔ ] Ausbildungszeugnisse (Kopien, nie Originale!)

[ ✔ ] Arbeitszeugnis(se)

Kann

[ ✔ ] Deckblatt (als Übersicht)

[ ✔ ] Bewerbungsfoto (im Lebenslauf)

[ ✔ ] Nachweise über Fortbildungen (nur falls für den Job relevant)

[ ✔ ] Kopie des Führerscheins (falls verlangt)

[ ✔ ] Kopie des Führungszeugnisses (falls verlangt)

Was nicht in die Bewerbung gehört:

[ ✖ ] Tippfehler (Rechtschreibprüfung machen!)

Lebenslauf

Lebenslauf

Ob der Lebenslauf amerikanisch – also mit der aktuellen Position zuerst – oder chronologisch verfasst wird, ist letztlich eine Geschmacksfrage. Wichtiger ist, dass das Profil und die Eignung des Bewerbers schnell erfasst werden können – was wiederum für die amerikanische Variante spricht.

Bedenken Sie beim Verfassen des Lebenslaufs immer: Personaler müssen teilweise hunderte solcher Bewerbungsmappen lesen und passende Bewerber vorsortieren. Die wenigsten investieren dafür laut Studien jeweils mehr als vier Minuten pro Bewerbung. Das Wesentliche muss im Lebenslauf also sofort ins Auge springen. Dabei hilft zuweilen auch schon mal ein Deckblatt oder eine Lebenslauf-Vorlage in tabellarischer Form.

  

Die Formalia

Aufbau

Die tabellarische Form ist heute Standard und erfüllt diese Anforderungen perfekt: links Zeitangaben, rechts Fakten. Bitte keinen optischen Firlefanz! Ein Lebenslauf ist eine reine Faktensammlung, keine Prosa. Sein schöpferische Talent an der Stelle beweisen zu wollen, eignet sich allenfalls für Kreativberufe oder bei einer Initiativbewerbung, der sich Personalverantwortliche ausgiebiger widmen können. Ansonsten reichen Stichworte zu den einzelnen Lebensabschnitten.

Inhalt

Persönliche Kommentare zu einzelnen Punkten sind im Lebenslauf tabu. Genauso eine Anrede eingangs oder Grußformel zum Schluss. Was in die Vita dagegen unbedingt rein muss, sind:

Persönliche Daten: Name, Geburtstag und -ort, Anschrift, Familienstand, Staatsangehörigkeit

Werdegang und Berufserfahrung: Mutige können noch diesen Tipp befolgen: unter die persönlichen Angaben, gleich eine Zeile mit der angestrebten Position einfügen. Das betont den Anspruch auf die ausgeschriebene Stelle. Dann aber sollte sofort das stärkste Argument dafür folgen: Bei Absolventen sind es die Ausbildung und Studienschwerpunkte die darauf hinführen, bei Jobwechslern die aktuelle Position, bei Arbeitsuchenden ihre besonderen Qualifikationen.

Besondere Qualifikationen: Weiterbildung, Kenntnisse, Fähigkeiten, Sprachen

Ausbildung: dazu gehört auch evtl. geleisteter Wehr- oder Ersatzdienst

Alles zeitlich exakt eingeordnet und vor allem lückenlos aneinander gereiht. Sonst wecken Sie den Verdacht, Sie wollten peinliche Stationen vertuschen. Spätestens im Vorstellungsgespräch kommt das aber dann zur Sprache.

Zeitangaben

Monatsangaben reichen in der Regel, also zum Beispiel:

06/2003 – 06/2006 Ausbildung zum Bankkaufmann in der Kreissparkasse Köln.

Tabus

Die folgenden Punkte gehören dagegen keinesfalls in einen Lebenslauf: Informationen, die für den angestrebten Job nicht relevant sind (unnötiger Leseballast!), Familieninformationen (Mutter: Hausfrau, Vater: Studienrat), Gehaltsvorstellungen (gehören – falls sie gefordert waren – ins Anschreiben oder sind Thema im Vorstellungsgespräch) sowie religiöse und politische Ansichten.

Schluss

Formal sollte der Lebenslauf mit Ort, Datum und einer Unterschrift versehen werden. Das unterstreicht, dass die gemachten Angaben der Wahrheit entsprechen. Obacht: Falsche Angaben können auch nach der Probezeit zur fristlosen Kündigung führen. Seien Sie dabei also besonders sorgfältig – auch für den Fall, dass man später nach einem billigen Kündigungsgrund sucht, falls Sie in Ungnade gefallen sind.

Bewerbungsfoto

Bewerbungsfoto

Um das Bewerbungsfoto ranken sich zahlreiche Mythen und Legenden. Schließlich sagt ein Bild mehr als 1000 Worte und für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance… Soweit die gängigen Klischees. Lassen Sie sich davon aber nicht beirren: Sich bei der Bewerbung mit einem optimalen Bewerbungsfoto ins rechte Licht zu rücken, ist keine Raketenwissenschaft. Vorausgesetzt, Sie beachten ein paar Grundregeln und überlegen sich vorher genau, welche Wirkung Sie auf den Betrachter erzielen wollen.

Das Bewerbungsfoto ist seit der Einführung des Antidiskriminierungsgesetzes (AGG) zwar nicht mehr Pflichtbestandteil einer Bewerbung, dennoch sollten Sie ein Bild beifügen. Dabei geht es weniger darum, dass der Betrachter Sie besonders anziehend findet. Vielmehr sollte der erste Eindruck so sein, dass Sie zur angestrebten Position passen. Suggerieren Sie subtil durch das Foto, Sie seien schon ein Mitarbeiter des Betriebs, steigen die Bewerbungschancen merklich. Ein konservatives Bewerbungsporträt eignet sich somit weniger für einen Kreativberuf und umgekehrt. Verstehen Sie das bitte nicht falsch: Beim Bewerbungsbild geht weder um Kostümierung noch um eine theatralische Inszenierung, sondern um ein insgesamt stimmiges Bild – im doppelten Wortsinn…

Das perfekte Bewerbungsfoto beginnt schon bei den Feinheiten und Details, die jeder Betrachter mindestens unterschwellig wahrnimmt und die dennoch großen Einfluss auf Ihre Wirkung haben. Etwa, ob Sie auf dem Bewerbungsbild lächeln oder nicht. Das kann einen Riesenunterschied machen, wie die folgenden beiden Beispiele zeigen:

Auf der rechten Seite wirkt die Bewerberin sofort sympathischer und aufgeschlossener. Zu solch subtilen Tricks gehört auch…

  • dass die Haare ordentlich gekämmt sind,
  • dass die Kleidung fleckenfrei und fusselfrei ist
  • dass Hemden und Blusen keine unschönen Falten werfen (wird tatsächlich oft übersehen).

Schlampig gebundene Krawattenknoten oder Make-up-Kontraste zwischen Hals und Gesicht sind ebenfalls tabu. Genauso verbietet es sich, ein altes Bewerbungsfoto zu verwenden, wenn Sie aktuell gar nicht mehr so aussehen. Spätestens beim Vorstellungsgespräch sorgt der optische Widerspruch mindestens für Irritationen. Schlimmstenfalls leidet Ihre gesamte Glaubwürdigkeit darunter.

Darüber hinaus sollten Sie folgende Punkte beachten:

Bewerbungsfoto Qualität

Man kann es nicht oft genug sagen: Das Bewerbungsfoto sollte weder aus einem Automaten, noch aus der Freizeit oder dem Urlaub stammen. Das sieht immer billig aus und entwertet Sie schon mit dem ersten Blick. Geiz setzt das falsche Signal, denn er dokumentiert nur, dass Sie nicht einmal bereit sind, in Ihre persönliche Zukunft zu investieren. Und was könnte wohl wichtiger sein? Deshalb: Lassen Sie ein solches Porträtfoto (nie Ganzkörperaufnahmen!) immer von einem Fotografen beziehungsweise von einem Profi machen. Lassen Sie sich aber vorher bitte Beispiele zeigen. Es gibt Fotografen, die versuchen Ihnen Kunst zu verkaufen. Die mögen dann zwar gut aussehen, wenn man die Fotos auf ein mal ein Meter vergrößert und an die Wand hängt. Für die Bewerbung eignen sie sich aber ebenso wenig wie Filzstifte für Online-Formulare.

Bewerbungsfoto Größe

Die heute gängigen Formate variieren zwischen 6 mal 4 oder 9 mal 6 Zentimeter. Beide entsprechen dem sogenannten goldenen Schnitt und wirken daher besonders schön (PS: Das Aufmacherfoto hat ebenfalls dieses Format). Hochformat ist dabei die Regel, mit Querformat fallen Sie aber mehr auf – jedoch nur, wenn Sie den Ausschnitt des Bewerbungsfotos gekonnt wählen. Wer hier nicht sicher ist, sollte lieber einen Profi zu Rate ziehen.

Bewerbungsfoto Farbe

Farbig oder Schwarzweiß? Das ist letztlich reine Geschmacksache. Monochrome Bilder wirken in der Regel eleganter, können aber auch gekünstelt aussehen. Zudem treten hier die Konturen mehr in den Vordergrund. Das schmeichelt eher ebenen Gesichtern. Wer dagegen ein kantiges Konterfei besitzt, wirkt darauf oft noch härter. Hier sind Farbfotos die bessere Wahl. Sie wirken in der Regel authentischer und natürlicher, je nach Beleuchtung aber auch misstönend. Auch deshalb ist es wichtig, einen Profi die Fotos machen zu lassen. Bei Farbfotos müssen Sie zudem auf die richtige Kleiderwahl achten. Also auf gedeckte und harmonische Farben, die zu Ihrem Typ und zum Gesamtensemble und dem Hintergrund passen. Bei Schwarzweiß-Fotos zählen hingegen mehr die Form und der Kontrast. Wer das Budget dafür hat, sollte beide Varianten anfertigen lassen und anschließend Freunde fragen, welche Alternative sie sympathischer finden.

Bewerbungsfoto Position

Wer die Abzüge in seine Bewerbungsmappe integriert, sollte das Foto direkt auf dem ersten Blatt des Lebenslaufs einfügen – und zwar oberhalb der ersten Zeile. Ob rechts oder links, hängt davon ab, in welche Richtung die Nase zeigt. Die Faustregel: immer in die Seite hineinschauen, nie heraus! Falls Sie ein Deckblatt oder eine sogenannte dritte Seite verwenden, gehört das Bewerbungsfoto dort eingebaut.

Bewerbungsgespräch

Bewerbungsgespräch

Vorstellungsgespräche sind heikel: Binnen weniger Minuten soll man das Schlauste sagen, was einem jemals über die Lippen gekommen ist, soll vor Inspiration und Engagement nur so sprühen, soll sympathisch und motiviert sein, einen guten ersten Eindruck machen und obendrein subtil herausstreichen, warum das die einmalige Chance für das Unternehmen ist, die Bestbesetzung für die Position einzustellen. Und das alles unter dem hohen Stress einer klassischen Prüfungssituation.

Die Reaktion vieler: Sie reden sich die Nervosität und Prüfungsangst einfach weg – und den Job gleich dazu. Einerseits, weil sie dabei eine Reihe irrelevanter Informationen aneinander reihen; andererseits, weil sie sich um Kopf und Kragen reden. Die vorher zurechtgelegte stimmige Geschichte vom Toptalent wird plötzlich brüchig, dem Personaler kommen erste Zweifel – und im Zweifel gilt: contra reo. Schließlich warten da draußen noch viele andere, glaubhaftere Kandidaten…

Bewerbungsgespräch-Phasen

Die Smalltalk-Phase:

Ob wir jemanden sympathisch finden oder ihm vertrauen, entscheidet sich bereits in den ersten Sekunden einer Begegnung. Deswegen ist es wichtig, gleich zu Anfang einen guten Eindruck zu hinterlassen. Diese ersten paar Minuten Smalltalk, in denen sich der Personaler darüber erkundigt, wie es Ihnen geht und ob Sie gut her gefunden haben, können den weiteren Gesprächsverlauf prägen.

Wie Sie sich in dieser Phase am besten verhalten:

Geben Sie sich also ruhig und gelassen. Fällt Ihnen das schwer, können sie auch ansprechen, dass Sie nervös sind. Dafür haben die meisten Personaler Verständnis.

Warten Sie mit dem Händedruck bis der Personaler Ihnen die Hand reicht. Rennen Sie nicht mit ausgestreckter Hand auf ihn zu.

Überzeugen Sie mit einer gekonnten Begrüßung: kurzer, fester Händedruck, namentlich vorstellen, in die Augen sehen, lächeln.

Treten Sie selbstbewusst auf. Verstecken Sie sich nicht hinter Ihrer Nervosität, seien Sie selbstbewusst in Ihrer Körpersprache und in Ihren Worten. Doch sollten sie es nicht übertreiben, Selbstdarsteller kommen nicht gut an.

Die Kennenlern-Phase:

Die anwesenden Personaler oder gar der Chef wollen Sie besser kennenlernen. Nun werden Sie aufgefordert, etwas über sich und Ihren Werdegang zu erzählen – eine klassische Selbstpräsentation. Sie dürfen davon ausgehen, dass Ihre Gesprächspartner die Bewerbungsunterlagen kennen. Deshalb geht es jetzt nicht darum, das wiederzukauen, was Ihre Gesprächspartner eh schon wissen, sondern überzeugend wichtige Qualifikationen für den angestrebten und ausgeschriebenen Job zu erläutern.

Die Präsentationsphase:

Nachdem Sie sich vorgestellt haben, ist nun das Unternehmen an der Reihe. Ihnen wird nun von dem Unternehmen, der dortigen Arbeit und den Anforderungen für die ausgeschriebene Stelle berichtet. Auch wenn Sie viele der Informationen bereits kennen, sollten Sie nicht abschalten. An dieser Stelle können Sie punkten, wenn Sie durch Anmerkungen zeigen, dass Sie sich bereits mit dem Unternehmen auseinandergesetzt haben. Achten Sie allerdings darauf, Ihr Gegenüber nicht zu unterbrechen.

Die Rückfragen-Phase:

Langsam geht es auf das Ende des Vorstellungsgesprächs zu. Nun stellt der Personaler die Frage: „Haben Sie noch weitere Fragen?“ Darauf sollten Sie unbedingt mit „Ja“ antworten. Sie beweisen mit solchen Rückfragen, dass Sie echtes Interesse mitbringen. Stellen Sie offene Fragen und vermeiden Sie Fragen zu Urlaubsregelungen oder Zusatzleistungen.

Die Abschluss-Phase:

Das Gespräch ist beendet, sie verabschieden sich. Doch denken Sie daran, bevor Sie gehen, nach dem weiteren Verlauf des Auswahlprozesses zu fragen. Wann dürfen Sie mit einer Antwort rechnen und wie kontaktiert man Sie?

 

Dresscode im Vorstellungsgespräch

Wer im Vorstellungsgespräch falsch gekleidet erscheint, hat von Anfang an schlechte Karten. Zeigt der Bewerber doch damit, dass er nicht zum Unternehmen passt. Kein Wunder, dass viele Bewerber ratlos vor ihrem Kleiderschrank stehen.

Einen einheitlichen Dresscode für Vorstellungsgespräche gibt es zwar nicht, aber ein paar Grundregeln:

Achten Sie bitte darauf, dass Ihre Kleidung gepflegt und der Branche angepasst ist. Bis dato herrscht die Auffassung, dass wer sich schlampig kleidet, vermutlich auch so denkt und arbeitet.

Natürlich sollte Ihr Outfit auch zu Ihnen passen, aber tappen Sie nicht in die Falle, vor allem hierüber Ihre Individualität ausdrücken zu wollen. Letztlich geht es bei einem Vorstellungsgespräch immer auch um die Frage, ob Sie in das bestehende Team passen, sich also auch zu einem gewissen Grad anpassen können (und wollen). Zudem signalisieren Sie mit einer formal richtig gewählten Kleidung, dass Sie sich auf das Gespräch vorbereitet haben und die Gepflogenheiten Ihres Wunscharbeitgebers

So führen Sie ein gutes Gespräch!

Die Kunst ist, die richtige Balance zu finden – zwischen perfekter Selbstdarstellung, Selbstanpreisung und einem Rest Spekulationsfläche, zwischen sachlicher Präzision und persönlichem Einblick. Denn natürlich dient jedes Jobinterview Personalern vor allem dazu, den Menschen hinter dem Bewerbungsschreiben kennenzulernen. Die Fakten kennt er ja bereits aus dem Lebenslauf. Nun interessiert ihn die Persönlichkeit. Wie die überzeugender wird? Zum Beispiel so…

Konzentrieren Sie auf die Fragen des Interviewers. Und antworten Sie kurz, aber auch nicht einsilbig. Wenn er Sie nach bisherigen Karrierestationen fragt, antworten Sie in knappen Beispielen, kurz und knackig, nicht mehr. Fragen Sie lieber hinterher: „Ist Ihre Frage damit beantwortet oder möchten Sie noch mehr Beispiele?“ So entsteht ein Dialog.

Legen Sie sich vorher schon relevante Anekdoten zurecht. Spontaneität ist gut, bleibt aber Profis vorbehalten. Der Rest sollte sich vorbereiten. Überlegen Sie sich, welche Fragen kommen können – und bitte gleich auch amüsante wie relevante Beispiele aus Ihrem bisherigen Lebenslauf dazu. Komprimieren Sie diese auf ein wesentliches Extrakt. Mehr dazu sollten Sie dann auch nicht erzählen. Lieber mehr Beispiele.

Beobachten Sie die Körpersprache Ihres Gegenübers. Die Augenlider schlagen seltener, der Blick schweift öfters ab, er wechselt häufiger die Sitzposition, macht sich kaum noch Notizen? Alles Anzeichen dafür, dass sich Ihr Interviewer langweilt. Brechen Sie Ihren Monolog besser gleich ab. Selbst Wechseln in die Metaebene ist erlaubt: „Langweile ich Sie? Das tut mir leid. Ich weiß, ich neige etwas zum Monologisieren…“ Das zeigt zumindest, dass Sie ein aufmerksamer und über Empathie verfügen.

Gern genutzte Gesprächsöffner

Erzählen Sie etwas über sich.

Warum sollten wir Sie einstellen?

Was können Sie für uns tun, was andere nicht können?

Warum möchten Sie diesen Job?

Warum kommen Sie zu spät? (pure Provokation)

Fragen zur Bewerbungsmotivation

Welche Ziel verfolgen Sie mit diesem Job?

Warum haben Sie noch keine andere Stelle gefunden?

Was wissen Sie über unser Unternehmen?

Was wissen Sie über unsere Branche?

Was haben Sie vorher verdient?

Welches Gehalt stellen Sie sich vor?

Wenn ich Ihnen Ihr Gehalt zahle, dass Sie fordern, dafür aber von Ihnen verlange, Ihre Stellenbeschreibung für das kommende Jahr zu schreiben – was stünde darin?

Wie lange würde es dauern, bis Sie bei uns einen signifikanten Beitrag leisten?

Wären Sie bereit, umzuziehen?

Haben Sie auch Fragen an mich?

Wenn Sie jemanden für diese Stelle interviewen müssten, auf was würden Sie achten?

Persönlichkeit / Stärken-Schwächen-Profil

Was sind Ihre Stärken?

Nennen Sie bitte drei positive Dinge, die Ihre Kommilitonen über Sie sagen würden.

Und was würde sie negatives über Sie sagen?

Was sind Ihre Schwächen?

Geben Sie mir ein paar Beispiele von Ideen, die Sie umgesetzt haben.

Was ist Ihr größter Fehler – und was haben Sie daraus gelernt?

Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?

Wovor haben Sie am meisten Angst?

Nennen Sie mir jeweils ein Beispiel, wann Sie überdurchschnittliches und unterdurchschnittliches geleistet haben.

Können Sie beschreiben, wie das war, als Sie für Ihre Leistung kritisiert wurden?

Was irritiert Sie am meisten an anderen Menschen und wie gehen Sie damit um?

Sagen Sie mir etwas über Sie, das ich Ihrer Meinung nach unbedingt wissen sollte.

Wo möchten Sie in fünf Jahren stehen?

Wohin möchten Sie sich in Ihrer Karriere entwickeln?

Was ist Ihr größter Erfolg, den Sie außerhalb Ihres Berufs erreicht haben?

Was sind Ihre großen Lebensträume?

Fragen zur Arbeitsweise

Wie motivieren Sie sich?

Wie würden Sie Ihren Arbeitsstil beschreiben?

Welche Techniken oder Werkzeuge nutzen Sie, um sich selbst zu organisieren?

Was würden Sie tun, wenn Sie wüssten, dass Sie Ihre Tagesaufgaben unmöglich alle schaffen können?

Wie stellen Sie möglichst schnell Ihre Vertrauenswürdigkeit in Ihrem neuen Team unter Beweis?

Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein “Nein” als Antwort erhalten?

Wie gehen Sie mit Veränderungen um?

Welche Aufgabe war für Sie zu schwer und wie haben Sie das Problem gelöst?

Was werden Sie in den ersten 30 Tagen dieses Jobs unternehmen?

Gehalt

Gehalt

So sprechen Sie das Thema Gehalt im Vorstellungsgespräch an

Ein Tabuthema? Ganz und gar nicht. Die Gehaltsverhandlung macht zwar viele Bewerber nervös, darf im Vorstellungsgespräch aber nicht ausgelassen werden. Nehmen Sie als Bewerber das Heft in die Hand und lenken Sie das Gespräch in die richtige Richtung. Allerdings brauchen Sie dafür das richtige Timing und eine gute Strategie.

Vorbereitung: Diese Informationen beeinflussen Ihr Gehalt

Regel Nummer eins lautet: Kennen Sie Ihren Marktwert, bevor Sie über Ihr Gehalt sprechen. Die Gehaltsverhandlung basiert unter anderem auf dem Angebot-Nachfrage-Prinzip. Bevor Sie ins Vorstellungsgespräch gehen, sollten Sie deshalb folgende Informationen recherchieren:

Welche Gehaltsspanne ist in der Branche für die ausgeschriebene Position üblich? Zuverlässige Informationen liefern in der Regel branchenspezifische Gehaltstabellen, etwa für kaufmännische Berufe, das Finanz- und Rechnungswesen oder den IT-Bereich. Noch besser sind Gehaltsrechner, die verschiedene Kriterien wie Position oder Berufserfahrung berücksichtigen. Diese Zahlen geben Ihnen einen Richtwert für Ihre Gehaltsverhandlung.

Verfügen Sie über Fähigkeiten, die beim potenziellen Arbeitgeber dringend gesucht werden, aber schwer zu finden sind? Oder gibt es viele Bewerber mit ähnlichen Qualifikationen? Diese Informationen bekommen Sie von Mitarbeitern der jeweiligen Firma, Branchenkennern oder aus Fachmagazinen. Die Antwort hierauf entscheidet, wie stark Sie in der Verhandlung pokern können. Ist das Angebot größer als die Nachfrage, argumentieren Sie in der Gehaltsverhandlung mit relevanten Zusatzqualifikationen, Projekterfahrung oder Fremdsprachenkenntnissen, die im Job benötigt werden.

Wie ist die wirtschaftliche Lage des Unternehmens? Firmen mit hohen Gewinnen in den letzten Jahren sind meist bereit, ein höheres Gehalt zu bezahlen.

Timing: der richtige Zeitpunkt, um über das Gehalt zu sprechen

Nun ist das richtige Timing gefragt: Bringen Sie Ihre Gehaltsvorstellungen zu früh ins Spiel, signalisieren Sie mehr Interesse an Geld als an der ausgeschriebenen Stelle. Warten Sie zu lange, demonstrieren Sie hingegen Unsicherheit. Grundsätzlich gilt: Über das Gehalt darf gesprochen werden, sobald klar ist, dass das Unternehmen Interesse an Ihnen hat. In der Regel ist das der Fall, wenn Sie für ein zweites Vorstellungsgespräch eingeladen werden. Im Zweifel fragen Sie nach: „Ich kann mir vorstellen, diese Stelle anzutreten und ich habe den Eindruck, dass ich die Fähigkeiten mitbringe, die Sie suchen. Sehe ich das richtig?“

Rhetorik: wie Sie die eigentliche Gehaltsverhandlung beginnen

Auch wenn das Interesse des Unternehmens und die fachlichen Details geklärt sind, sollten Sie nicht mit der Tür ins Haus fallen und sich direkt nach dem Gehalt erkundigen. Stattdessen geben Sie Ihrem Gesprächspartner einen Schubs in die richtige Richtung, indem Sie sich beispielsweise nach der Wochenarbeitszeit und den Überstundenregelungen erkundigen. Im Normalfall führt das Gespräch so automatisch zum Thema Gehalt. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie sich freundlich danach erkundigen, ob es noch fachliche Fragen zu klären gibt. Verneint Ihr Gesprächspartner, können Sie ihn direkt auf das Gehalt ansprechen.

Reden wir übers Gehalt – aber wie?

Dreht es sich im Gespräch um das Gehalt, folgt in der Regel die Frage nach dem Wieviel. Manche Bewerber kommen in Bedrängnis, wenn sie Stellung zu ihren aktuellen Bezügen geben sollen. Eine konkrete Zahl müssen Sie dann jedoch nicht nennen. Legen Sie besser einen ungefähren Rahmen fest: „Mein Jahresgehalt liegt etwa bei …” oder „Mein Gehalt liegt im üblichen Mittel …”.

Die konkrete Frage nach Ihrem Wunschgehalt lässt sich leichter beantworten. Legen Sie sich im Vorstellungsgespräch nicht auf eine Summe fest, sondern geben Sie eine Spanne.

Reagiert der Arbeitgeber zögerlich oder ist ein konkretes Angebot niedriger als erwartet, schlagen Sie zusätzliche Leistungen vor. Zuschüsse zu Kinderbetreuungskosten, Fahrtgeld, Benzingutscheine und ähnliche Vergünstigungen lassen sich oft leichter durchsetzen, da sie nicht mit Lohnnebenkosten behaftet sind. Unterm Strich geht es dann auch darum, wie attraktiv der angebotene Job für Sie ist und wie weit Sie dafür Ihre Erwartungen an das Gehalt zurückschrauben können.

Quelle: Robert Half/ karriere-center

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